Brandenburgs Nationalgericht – die Königsberger Klopse

In der Brandenburger Küche vermischen sich viele Einflüsse, pommersche, slawische und lausitzische. Aufgrund der üppigen Natur mit den zahlreichen Binnenseen und Wäldern waren traditionsgemäß viele Pilze und Fische verfügbar. Die Kartoffel schaffte ihren Weg ins heutige Brandenburg durch Friedrich den Großen.

Eines der bekanntesten Gerichte der Region sind bestimmt die Königsberger Klopse, auch wenn die ihren Ursprung gar nicht im heutigen Deutschland, sondern im heutigen Kaliningrad, dem damaligen Ostpreußen haben. Der Legende nach sollen sie um 1900 in Königsberg von der Leibköchin eines Kaufmanns erfunden worden sind. Heute sind sie in ganz Deutschland beliebt, besonders jedoch in der Region Brandenburg.

Hergestellt werden die berühmten Knödel aus Kalbshack, Eiern, Sardellen, Semmelbrösel und Zitronenschale. Heute wird das traditionelle Gericht auch oft aus einer Mischung aus Rinder- und Schweinehacker hergestellt. In manchen Rezepten werden die Sardellen weggelassen oder durch gewürfelten Salzhering ersetzt. Die Klöße werden in einer Brühe aus Zwiebeln und Gewürzen 20 Minuten gegart.

Die helle Kapernsauce in der die Königsberger Klopse traditionell serviert werden, wird aus einer Mehlschwitze, für die man Butter zerlässt, Mehl einrührt und mit Fleischbrühe ablöscht, hergestellt. Manchmal wird diese mit Sahne verfeinert. Fehlen dürfen aber keinesfalls die Kapern, die dem Gericht seine besondere Würze geben.

Meistens werden zu den Königsberger Klopsen Salzkartoffeln serviert. Es gibt aber auch die Varianten, wo sie mit Reis und eingelegter roter Bete angerichtet werden.

Auf jeden Fall sind die schmackhaften Königsberger Klopse weit mehr als nur irgendwelche Fleischbällchen mit einer hellen Sauce. Verwandt sind sie in ihrer Zubereitungsart mit dem Frikassee, wo ebenfalls eine helle Sauce aus einer Mehlschwitze hergestellt wird.

Mittels einer Forsa-Umfrage wurde festgestellt, dass die Königsberger Klopse noch vor den schwäbischen Maultaschen und den bayrischen Weißwürsten zu den bekanntesten deutschen Gerichten gehören. Immerhin kennen 93 Prozent aller Deutschen diesen Klassiker. Das beliebte Gericht wird aber nicht nur in Deutschland, sondern auch in Polen und im Baltikum gekocht.