Der Sauerbraten

Der Sauerbraten ist ein traditionelles Sonntagsgericht im Rheinland. Früher wurde der Sauerbraten traditionell aus Pferdefleisch zubereitet, das mehrere Tage in einer Marinade eingelegt wurde, um zart zu werden. Heute wird zwar noch die gleiche Marinade, die aus Essig, Wein, Karotten, Zwiebeln, Gewürznelken, Pfefferkörnern und Lorbeer besteht, verwendet, allerdings nimmt man heute anstatt des Pferdefleisches meist Rindfleisch für den Sauerbraten.

Was viele nicht wissen: Pferdefleisch ist eines der ältesten Nahrungsmitteln der Menschen und zudem sehr gesund. Es ist fettarm und reich an Vitaminen und Eisen. Viele Menschen möchten heute allerdings kein Pferdefleisch mehr essen, weil sie das Tier vor allem als Reittier sehen, und sich nicht vorstellen können, ein solches Lieblingstier zu verspeisen. Auch verschiedene Lebensmittelskandale haben nicht gerade zur Beliebtheit von Pferdefleisch beigetragen.

Auch wenn in manchen Gaststätten Sauerbraten nach wie vor aus Pferdefleisch angeboten wird, wurde dieses Fleisch heute größtenteils durch die Verwendung von Rindfleisch abgelöst. Wenn Sie ein altes Rezept finden, in dem noch Pferdefleisch verwendet wird, sollten Sie beachten, dass das Rindfleisch länger braucht, bis es gar ist.

Selten aber doch wird der Rheinische Sauerbraten auch aus Schweinefleisch zubereitet. Dafür wird eine Schweinekeule verwendet, die allerdings nur 48 Stunden gebeizt wird und eine viel kürzere Garzeit als Rindfleisch hat.

Eine richtig gute Marinade besteht aus folgenden Zutaten: 1 Flasche kräftiger Rotwein, 300 Milliliter Rotweinessig, je 1 Teelöffel Pfefferkörner, Pimentkörner, Korianderkörner und Wacholderbeeren, 1 Zimtstange, 2 Nelken und 2 Lorbeerblättern.

Als Fleisch eignet sich am besten Rinderschulter.

Oft wird der Sauerbraten zusammen mit Kartoffelknödeln, Apfelmus und Rotkraut serviert. Die Sauce wird traditionell mit Zuckerrübensirup, Rosinen und Printen verfeinert.

Wenn der Sauerbraten richtig zubereitet wurde, zergeht das wunderbar zarte Fleisch auf der Zunge, die Sauce ist süß-säuerlich. Damit die Marinade auch wirklich durchzieht und in jede Fleischfaser gelangt, sollte der Braten mindestens für zwei Tage, manche Köche schwören auf eine ganze Woche, eingelegt werden.