Die Nürnberger Rostbratwürste

Sie sind mittlerweile mit der geschützten Herkunftsbezeichnung der Europäischen Union geschützt, die berühmten Nürnberger Rostbratwürste. Immerhin verfügt die fränkische Spezialität über eine lange Geschichte: Bereits im Jahr 1313 wurde die Rezeptur vom Rat der Reichsstadt Nürnberg genau festgelegt. Von Anfang an wurde darauf geachtet, dass für das Ausgangsmaterial eine hohe Qualität herangezogen wurde.

Da in der Stadt die Schweinehaltung schwer möglich war, wurden die Schweine für das Fleischbrät der Nürnberger Würste von weit her importiert. Weil im Umland nicht ausreichende Quantität und Qualität zur Verfügung standen, wurden diese sogar von Böhmen, Ungarn und Polen eingeführt. Neben dem Schweinefleisch bestehen die Nürnberger Bratwürste aus Salz, Pfeffer und Majoran, sowie je nach Metzger noch weiteren Gewürzen.

Die Nürnberger Rostbratwürste werden nicht nur gegrillt, sondern auch gebraten oder gekocht. Am besten schmecken sie aber, wenn sie in einer der fränkischen Bratwurstküchen über Buchenholz gegrillt werden. Für die Bratwurstküchen gibt es dabei ganz klare Regeln. Erstens müssen die Nürnberger Rostbratwürste auf dem Grill zubereitet werden und dürfen ausschließlich aus eigener Herstellung oder von einem Metzger oder Hersteller aus Nürnberg stammen. Die Würste werden auf einem Zinnteller oder Zinnherz serviert, wo sie klassischerweise mit Kartoffelsalat, Sauerkraut oder Gebäck und Meerrettich angerichtet werden. Es gibt außerdem die Regel, dass die Nürnberger Rostbratwürstel nur zu sechs, acht, zehn oder zwölf Stück angeboten werden dürfen.

Eine andere traditionelle Genussform der Nürnberger Bratwürste sind die sauren Zipfel beziehungsweise blauen Zipfel. Sie werden typischerweise an warmen Sommerabenden oder milden Herbsttagen gegessen. Dafür werden die Bratwürste nicht gegrillt, sondern in einem Sud aus Wasser, Essig, Salz, Gewürzen und Zwiebelringen gegart und mit den Zwiebeln, etwas Sud und einer Scheibe frischem Bauernbrot serviert.

Diese Art, etwas “blau”, also süß-sauer, einzukochen, hat in Franken eine lange Tradition.

“Drei im Weckla” ist eine weitere Form, Nürnberger Bratwürste zu essen. Wie der Name schon sagt, kommen hier drei gegrillte Würste in ein Brötchen (Weckla), was nach Belieben noch mit Senf verfeinert werden kann.

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