Die schwäbischen Maultaschen

Ohne Zweifel sind die Maultaschen das schwäbische Nationalgericht. Die Art schwäbische Ravioli gibt es in zahlreichen unterschiedlichen Varianten. Die Maultaschen oder Herrgottsbescheißerle, wie sie auch genannt werden, wurden im Jahr 2009 von der Europäischen Union sogar mit der regionalen Ursprungsbezeichnung geschützt. Dies hatte zur Folge, dass seither genau vorgeschrieben ist, aus welchen Zutaten eine echte schwäbische Maultasche bestehen darf.

Deutschlandweit kann man die Maultaschen in fast jedem Supermarkt kaufen, aber nicht nur das, man findet sie mittlerweile sogar in den USA oder in Russland.

Die Maultaschen haben ihren Ursprung der Legende nach im Kloster Maulbronn, daher auch der Name. Man erzählt sich, dass die Mönche während der Fastenzeit im 30jährigen Krieg ein großes Stück Fleisch geschenkt bekamen, was diese in einen großen Zwiespalt brachte. Einerseits war hier das große Verlangen nach Fleisch, weil sie während des Krieges so lange darauf verzichten mussten, andererseits war in der Fastenzeit der Verzehr von Fleisch verboten. Obwohl man denken könnte, dass sich die Mönche darüber im Klaren waren, dass Gott alles sieht, kamen sie auf die Idee, das Fleisch in ihrem Essen zu “verstecken”. Sie hackten es klein und vermischten es mit Spinat und Kräutern aus dem Klostergarten. Dann machten sie daraus kleine Knödel, die sie in Teigtaschen versteckten.

Das war die Geburtsstunde der Maultaschen, und man versteht nun auch, warum sie liebevoll Herrgottsbescheißerle genannt wurden.

Die Maultaschensuppe galt lange Zeit als traditionelles Essen am Gründonnerstag.

Die Schwaben haben ihren Maultaschen sogar einen eigenen Maultaschenwanderweg gewidmet, dessen Start- und Zielpunkt sich auf der Schwäbischen Alp befindet. Genusswanderer haben an verschiedenen Stationen die Möglichkeit, köstliche Maultaschengerichte zu probieren. Mittlerweile gibt es die schwäbische Köstlichkeit nämlich längst nicht nur als Suppeneinlage, sondern auch geschmälzt, das heißt mit einem Sud aus gebratenen Zwiebelringen und Brühe, paniert oder gebraten mit Ei. Natürlich gibt es eine große Vielfalt an Füllungen, die heute nicht mehr alle Fleisch enthalten.

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